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Licht-Detektorsysteme
ÜberblickGrundlagen
Es gibt eine Vielzahl von Detektoren, um Lichtstrahlung in elektrische Ströme bzw. Spannungen umwandeln zu können. Diese Lichtdetektoren beruhen alle auf dem fotoelektrischen Effekt, bei dem durch Absorption von Lichtstrahlung (im Photonenbild ein quantisierter Vorgang) Elektronen in Festkörpermaterialien einen elektrischen Strom verursachen. Voraussetzung für den fotoelektrischen Effekt muß eine Photonenenergie Wph=hf, mit f als Frequenz des Lichts, sein, die größer bzw. gleich der Bindungsenergie WB von Elektronen der Festkörperatome ist. FotodiodenEine Fotodiode besteht aus einem Halbleitermaterial eventuell in Kombination mit Metallen oder im Falle einer Fotodiodenvakuumröhre nur aus metallischen Materialien. Es gibt verschiedene Bauarten [1]:
Allen Dioden ist gemeinsam, das Licht in die sogenannte Raumladungszone, der Sperrschicht der Diode zwischen P- und N-Schicht eindringen kann, und in ihrer Umgebung Elektronen-Loch-Paare erzeugen kann. Die Eindringtiefe der Lichtstrahlung hängt von der Wellenlänge und dem umgebenden Material ab (wellenlängenabhängiger Absortionskoeffizient). Das vorherrschende elektrische Raumladungsfeld führt zu einer Trennung der (negativen) Elektronen zur N-Seite, und den (positiven) Ladungslöchern zur P-Seite. Es kann ein elektrischer Strom entstehen, der über einen Widerstand einen Spannungsabfall hervorruft [2]. Für eine maximale Quantenausbeute, d.h. der Teil der einfallenden Photonen, die ein Elektron-Loch-Paar in der Feldzone erzeugen, muß die gesamte einfallende Strahlung in der Feldzone absorbiert werden! Daraus ergibt sich, daß die Sperrschicht im Gegensatz zu normalen Gleichrichterdioden breit und oberflächennah ausgelegt sein muß. Die folgende Abbildung zeigt einen schematischen Aufbau einer PIN-Diode.
Je nach Frequenz der Lichtstrahlung ist der Ort der Entstehung von Ladungsträgern verschieden. Eine Ladungsträgergenerieung außerhalb der Raumladungszone, also im P- oder N-Bereich, trägt nicht nennenswert zum Fotostrom bei, da diese Ladungsträger (Elektronen und Löcher) relativ schnell wieder rekombinieren, was bei Ladungsträgern innerhalb dieser Zone nicht der Fall ist. Der Fotostrom hängt bei gegebenen Strahlungsfeld über dem Absorptionskoeffizienten des Trägermaterials von der Wellenlänge ab. Das verwendete Halbleitermaterial bestimmt den nutzbaren Wellenlängenbereich, zu kurzen Wellenlängen durch die Absorption, zu langen Wellenlängen durch die Bandlückenenergie des Halbleiters begrenzt [2]:
Maßnahmen zur Maximierung des Wirkungsgrades (Quantenausbeute) sind:
Neben den konventionellen PIN-Fotodioden finden sog. AP-Dioden (APD=Avalanche photo diode) Einsatz. Sie entsprechen im Aufbau dem von PIN-Dioden. Durch einen Lawineneffekt, der durch ein äußeres hohes elektrische Feld (Hochspannung) initiert wird, erzeugen die durch Fotoeffekt generierten Elektronen-Loch-Paare neue Ladungsträger, die zum Fotodiodenstrom beitragen, was einer internen Verstärkung des Stroms entspricht. Der Lawineneffekt setzt hohe Feldstärken im Bereich von E = 1000 V/m voraus. Der Multiplikationsfaktor, und somit die effektive Empfindlichkeit der Fotodiode, ist abhängig von der Stärke des elektrischen Feldes, d.h. von der angelegten Sperrspannung im Bereich von 50-300V. Neben den obigen statischen Parametern einer Fotodiode spielen bei der Detektion von Lichtimpulsen und modulierter Lichtstrahlung das dynamische Verhalten einer Fotodiode eine wesentliche Rolle. Bei sehr niedrigen Strahlungsintensitäten ist zudem das Eigenrauschen der Diode (und nachfolgender elektrischer Verstärker) eine nicht mehr vernachlässigbare Größe. Das Rauschen einer Fotodiode setzt sich aus folgenden Anteilen zusammen:
Die Ursache des thermischen Rauschens liegt in der statistischen Trägerbewegung im thermodynamischen Gleichgewicht (auch ohne äußere Spannung). Thermisches Rauschen wird überwiegend durch den Bahnwiderstand einer Diode verursacht. Neben diesem Effekt ist noch das Generations-Rekombinationrauschen zu nennen, welches bei einer äußeren Spannung in Erscheinung tritt. Es resultiert aus den statistischen Eigenschaften der Ladungsträgergenerierung und Rekombination, welche zu Ladungsträgerschwankungen und somit zum Rauschen des Fotodiodenstroms führt. Das Schrotrauschen schließlich wird durch die statistische Bewegung von Ladungsträgern im Trägermaterial hervorgerufen. Die beste Impulsantwort ergibt sich bei einer Anstiegszeit des Fotostroms die deutlich kleiner als die Anstiegszeit des einfallenden Lichtfeldes ist. Sowohl Si-PIN- als auch AP-Fotodioden können mit einer Frequenzbandbreite bis zu 1GHz und Anstiegszeiten bis zu 300 ps hergestellt werden. Bei gleichen dynamischen Eigenschaften besitzen AP-Dioden eine um den Faktor 50-200 höhere Empfindlichkeit als vergleichbare PIN-Dioden, jedoch ist das Eigenrauschen von APDs höher. Mit MSM-Dioden lassen sich hingegen Bandbreiten bis zu 100 GHz und Antiegszeiten bis zu 3 ps realisieren [1]. Jedoch besitzen diese MSM-Dioden eine geringere Empfindlichkeit aufgrund ihres Aufbaus. Die Geschwindigkeit einer Fotodiode, insbesondere einer APD, auf schnelle Impulse zu reagieren hängt von der Beweglichkeit der Elektronen und Löcher ab. Neben dieser internen Eigenschaft beeinflußt die Kapazität einer Fotodiode maßgeblich das Verhalten bei hohen Frequenzen. Die Kapazität einer Fotodiode wird durch ihre Fläche und einer extern angelegten Sperrspannung beeinflußt. Die Kapazität wächst mit der Fläche und nimmt mit steigender Sperrspannung ab. Zudem führt eine erhöhte Kapazität zu einem verstärkten Eingangsrauschen eines nachfolgenden Verstärkers. Die obere Frequenzgrenze, und somit die niedrigste erzielbare Anstiegszeit, ist nicht nur durch die Fotodiode selbst, sondern auch durch die externe Beschaltung gegeben:
Nachfolgend werden eine Reihe im eigenen Labor entwickelten Lichtdetektoren und Hilfsschaltungen wie Hochfrequenzverstärkern dargestellt.
Avalanche Lichtdetektoren
Fotodetektoren, die eine interne Ladungsträgerverstärkung ausnutzen, können zur Detektion schwacher Lichtsignale, wie sie z.B. bei der Messung von Streulicht einer in großem Abstand befindlichen Oberfläche auftreten, vorteilhaft genutzt werden. Bei den APD-Detektoren muß in Abhängigkeit von der Sperrspannung zwei betriebsarten unterschieden werden:
Im folgenden sollen nur Lichtdetektoren behandelt werden, die im linearen Detektionsbereich arbeiten. Der Geiger-Bereich bedarf i.A. keiner Nachverstärkung, dafür aber einer externen Beschaltung, die das "Löschen" des durch den Lawineneffekt hervorgerufenen Stromimpulses ermöglicht. Diese Betriebsart wird zum Photonenzählen eingesetzt, z.B. für Koinzidenzmessungen. Der lineare Verstärkungsbereich ist, wie eingangs bereits erwähnt, abhängig von der Sperrspannung. Die nachfolgende Abbildung zeigt exemplarisch die Verstärkung einer Si-APD bei Raumtemperatur relativ zur Empfindlichkeit von 0.5 A/W einer vergleichbaren PIN-Diode.
Der Verstärkungsfaktor ist in Näherung ein exponentieller Zusammenhang mit der Sperrspannung, und abhängig von der Temperatur. Eine Temperaturkompensation der Sperrspannung mit der Diodenchiptemperatur ist daher für einen reproduzierbaren Betrieb der APD erforderlich.
Schnelles Avalanche Diodenmodul
I.) Technische Daten
II.) Technologie
III.) Schematischer Aufbau
IV.) AbbildungGrößeres Bild durch Anklicken
V.) Messungen
Gemessene Impulsantwort des APD-Detektors in Kombination mit dem folgend dargestellten HF-Verstärker. Der impulsförmige Verlauf des einfallenden Lichtes wurde mit einer gepulsten Laserdiode (Wellenlänge 905nm), die mittels einer Avalanche-Entladung betrieben wurde, erzeugt. Die Anstiegszeit der Laserdiode wird mit 1ns angegeben (Herstellerangaben). Statt einer direkten Beleuchtung der APD (bei 2W Laserpulsleistung auch nicht möglich) wurde stattdessen das Streulicht einer diffusen Oberfläche aufgenommen. Die Anstiegszeit des detektierten Impulses (gemessen am Ausgang des nachgeschalteten HF-Verstärkers) liegt bei ca. 1.7 ns. Die langsame abfallende Flanke ist Folge der Laserdiodensteuerung, und nicht des Impulsverhaltens des APD-Detektors. Das verwendete Digitaloszilloskop hat eine interne Anstiegszeit von 300ps.
PIN Lichtdetektoren
Großflächiges passives Detektormodul in KoaxialtechnikI.) Technische Daten
II.) Abbildung
Größeres Bild durch Anklicken Aktives Modul: Schneller Fotodetektor mit PIN-Fotodiode und Vorverstärker in KoaxialtechnikI.) Technische Daten
II.) Technologie
III.) AbbildungGrößeres Bild durch Anklicken
Impuls- und Hochfrequenzverstärker
Kompakter Miniverstärker
I.) Technische Daten
II.) Schematischer Aufbau
III.) AbbildungGrößeres Bild durch Anklicken
IV.) Messungen
Gemessener Frequenzgang der Spannungsverstärkung bei einer Ein- und Ausgangsimpedanz von 50 Ohm des obigen HF-Verstärkers. Genauigkeit: +-0.5dB.
Literatur
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